Magazin für Einkäufer, Marktfirmen
und Fans des Grossmarktes Hamburg

Malte Jahn

Fotos: ot.Weiss, Sandro B. Sachs

Malte hat den Betrieb in Hamburg-Vierlanden von seinem Großvater übernommen, der bereits seine Erzeugnisse auf den hiesigen Märkten verkaufte – doch nicht ohne Umwege: „Gelernt habe ich was anders, ich bin gelernter Dompteur. Ich bin dann aber irgendwann zurück nach Hause gekommen und habe da weitergemacht.“

Zunächst verkaufte Malte Obst und Gemüse, doch mit der Zeit spezialisierte er sich immer mehr auf sein Steckenpferd: auf Küchenkräuter.

Früher, erzählt Malte, wurden all diese Kräuter bei ihnen zu Hause angebaut und auf dem Wochenmarkt verkauft – im Sommer frisch, im Winter getrocknet. Doch die Zeiten haben sich geändert, genauso wie die Produkte: „Mittlerweile bieten wir auch Produkte wie Ingwer, Kurkuma oder rote Zwiebeln an; alles das, was man in Vierlanden nicht anbaut. Das kaufen wir auf dem Großmarkt zu. Es gibt hier Waren aus der ganzen Welt und wenn ich wirklich etwas Besonderes brauche, gibt es hier Spezialisten, die das anbieten.“ Der Großmarkt ermöglicht ihm und seinem Team aber nicht nur den Verkauf von exotischeren Waren, sondern auch, seinen Kunden auch im Winter frische Schnittkräuter anbieten zu können, beispielsweise aus Frankreich oder Italien.

Neben dem breiten Angebot schätzt Malte aber auch die Inspiration, die ihm auf dem Hamburg Großmarkt immer wieder begegnet: „Man kann bei den Bauern sehr saisonal einkaufen und sieht dementsprechend auch wöchentliche Überraschungen.“ Er gibt sogar zu, dass die von den Bauern angebotenen Waren ihn gelegentlich sogar mehr überzeugen als die von ihm selbst angebauten Kräuter: „Dann sind da beispielsweise Bauern, die sich mal trauen, nur Koriander anzubauen. Der sieht dann manchmal besser aus als mein eigener und dann kaufe ich den natürlich!“ 

Deshalb nimmt sich Malte in jeder Nacht, die er auf dem Großmarkt verbringt, mindestens eine halbe Stunde Zeit, um sich das mannigfaltige Angebot anzuschauen.

Nicht nur um sich inspirieren zu lassen, sondern auch, um am Puls der Zeit in Sachen Lebensmittel zu sein: „Wenn man über den Hamburger Großmarkt läuft mit Scheuklappen, dann kommt man nicht weiter. Das ist wie ein riesiger Einkaufsladen, in dem wirklich richtig schön gucken kann.“ Das Entdecken und Erkunden, die Inspiration und die Frische, all das kommt hier zusammen. „Das gefällt mir, das bringt mir Spaß.“

Doch auch der Kontakt mit den Großmarkt-Händlern und der gemeinsame Kaffee ist etwas, das Malte schätzt – dieser Umgang sei nämlich um einiges persönlicher und wärmer, als mancher vielleicht denken würde: „Man sagt ja immer, wir Hanseaten seien so kühl. Und ja, es wird hier auch manchmal knallhart gehandelt – aber trotzdem baut man mit seinem Großhändler, mit dem man zusammenarbeitet, auch Vertrauen auf. Das ist ganz wichtig hier auf dem Großmarkt.“

„Wir sind ja auch nur Menschen…“

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