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Markteinführung einer neuen Apfelsorte

Fotos: Alexandra Adler
Apfelsorte Fräulein

Drängt die neue Apfelsorte „Fräulein“ andere Apfelsorten aus dem Obstregal? Fräulein ist die neue deutsche Apfelentdeckung und ist seit ein paar Wochen zu erwerben. Es ist die Entdeckung des Obstbauern Gerd Sundermeyer – eine Zufallszüchtung mit Hilfe der Bienen - geboren‘ in der Hildesheimer Börde. 500 neue Sorten hat er getestet, dann entdeckte er eine Ernte mit einem knackig-krispen Biss und einem ausgewogenem Süße- und Säureverhältnis – ein neuartiges Geschmackserlebnis. Für kurze Vertriebswege wächst die neue Apfelsorte in fünf Anbaugebieten über ganz Deutschland verteilt.

Auch ich habe den Apfel schon probiert. Mein Fazit der Verkostung findet ihr am Ende des Beitrages.

Deutschland ein großes Importland
Laut Schätzungen gibt es auf der Welt etwa 30.000 Apfelsorten, allein in Deutschland sind es etwa 2000. Das Geschäft ist riesig. Kein Obst wird in Deutschland so oft gegessen wie der gute, alte Apfel. 2018 aß jeder Deutsche im Schnitt rund 18 Kilogramm des Obstes, so die Berechnungen der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse. Die Nachfrage ist so groß, dass Deutschland kräftig aus dem Ausland zukaufen muss. Seit dem 9. November mischt der Fräulein-Apfel im Handel mit, vorerst aber nur in ausgewählten Super- und Wochenmärkten und in limitierter Auflage von 180 Tonnen.

Fräulein als exklusive Clubsorte
Neulinge wie „Fräulein“ werden hip vermarktet und sollen den Apfel geschmacklich auf ein neues Level bringen. Auf dem Weg zum perfekten Apfel wandelt sich das Naturprodukt nach und nach zum Designstück. Vor allem alte Sorten haben das Nachsehen. Im Schatten der großen Namen geraten sie mehr und mehr in Vergessenheit. Der Trend geht in Richtung süße Äpfel. Das Gros der Käufer steht auf die süße Versuchung. Auch Äpfel der Sorte "Fräulein" schmecken saftig und süß. Im Unterschied zu vielen anderen Neuzüchtungen wurde der Geschmack nicht im Labor gezüchtet.

Warum Fräulein?
Getauft wurde der leuchtend rote Apfel auf den Namen Fräulein. Der Name soll eine Hommage sein an die "Generation junger Frauen, die sich im Leben behaupten" und eine Brücke schlagen zwischen Tradition und Moderne.

Und mein Fazit: Der gut rot ausgefärbte Fräulein Apfel ist sehr saftig, knackig und süß. Mischt sich auch die grüne Farbe hinzu, geht er eher ins Säuerliche.

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