Magazin für Einkäufer, Marktfirmen
und Fans des Grossmarktes Hamburg

mit Torben Sander

Fotos: Alexandra Adler

Ob Frühkartoffeln, Grillkartoffeln, küchenfertige Kartoffeln, geschälte Kartoffeln, abgepackte Kartoffeln, Bio-Kartoffeln oder Kartoffelspezialitäten aus Frankreich oder Zypern, die Neuenkirchener Heidekartoffel Handelsgesellschaft mbH verkauft zwischen 20 und 30 Sorten – und das schon seit 42 Jahren auf dem Großmarkt. Auch Zwiebeln und Knoblauch verkauft Toben Sander, Verkaufsleiter bei der Neuenkirchener Heidekartoffel. Gegründet wurde das Kartoffelgeschäft 1907 in Hamburg in der Marckmannstraße von der Familie Timmermann.

Redaktion: Wie viele Stunden Schlaf hatten Sie vor der Arbeit?
Torben Sander: Bestimmt 7 Stunden Schlaf. Meine Arbeitszeit beginnt um 5 Uhr und geht open-end meist in den Nachmittag hinein. Ein Mittagsschläfchen ist dann nicht mehr drin, da ich einen 2,5 jährigen Sohn habe.

Red.: Welche Kartoffel wurde heute Nacht am häufigsten verkauft?
TS: Zurzeit läuft die Annabelle am besten. Das ist eine frühreife, festkochende Kartoffelsorte. Angebaut wird die Kartoffel im Hannoveraner Raum.

Red.: Wie lange machen Sie den Job schon?
TS: Mein Nachbar hat mich vor 10 Jahren angeheuert. Mit Kartoffeln Geld verdienen? Ich  dachte der spinnt. Dann war ich das erste Mal zum Probearbeiten auf dem Großmarkt und hatte einen WOW-Effekt.

Red.: Träumen Sie nachts auch mal von einem anderen Job oder ist das immer noch Ihr Traumjob?
TS: Ich träume nachts eher von diesem Job (Herr Sander schmunzelt). Ich kann mir nicht mehr vorstellen, außerhalb vom Hamburger Großmarkt  zu arbeiten.

Red.: Was ist Ihre Lieblingskartoffel?
Torben Sander: Die Annabelle und die Belana. Ich esse bestimmt jeden 2. Tag Kartoffeln, am liebsten als  Salzkartoffel.

Red.: Und was ist Ihr Lieblingsobst?
TS: Die Banane. (Eine Banane liegt auch als gesunder Snack auf seinem Schreibtisch.)

Red.: Haben Sie noch eine Großmarktanekdote für mich?
TS: An meinem ersten Arbeitstag im tiefsten Winter vor fast 10 Jahren sollte ich einen LKW entladen. Ich musste das erste Mal im Leben eine Ameise (Hubwagen) bedienen, um die Paletten mit Kartoffelsäcken für den Gabelstaplerfahrer an die Kante der Ladefläche zu stellen. Dabei sind mir einige Paletten von der Kante gefallen. Die Kartoffeln kugelten querbeet über den Parkplatz und mein Kollege und ich brauchten bestimmt 5 Stunden, um in der Eiseskälte die Kartoffeln wieder in Säcke zu packen.

Red.: Was empfehlen Sie unseren Lesern?
TS: Lebensmittel mehr wertzuschätzen. Und nicht so oft importierte Kartoffeln kaufen, sondern eher die regionale Landwirtschaft unterstützen.
 

(Anmerkung Redaktion: Das Gespräch fand um 8 Uhr morgens im Büro der Neuenkirchener Heidekartoffel in der Großmarkthalle statt.)

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