mit Sascha Pätzold

Sascha Pätzold ist Mitarbeiter bei der EZG Servicestation auf dem Hamburger Großmarkt. Der gebürtige Rheinländer ist gelernter Koch und seit zwei Jahren Teil des Teams. Als echter Nachtmensch fühlt er sich in den frühen Morgenstunden des Großmarkts besonders wohl – dort, wo andere ihren Tag beginnen, läuft Sascha bereits zur Höchstform auf.
Redaktion: Was sind deine Aufgaben bei der EZG Servicestation?
Sascha: Ich nehme die Kisten unserer Kunden an, verbuche sie, erstelle Gutschriften und bringe die Kisten zur Reinigung ins Lager. Teilweise bearbeite ich auch Bestellungen und hole Kisten aus dem Lager.
Redaktion: Wie sehen deine Arbeitszeiten aus und wie kommst du damit zurecht?
Sascha: Ich arbeite täglich von 23:30 Uhr bis morgens um 8 bzw. 8:30 Uhr. Ich komme hervorragend damit zurecht, da ich nichts anderes kenne. Die letzten 15 Jahre habe ich nur nachts gearbeitet.
Redaktion: Kannst du deinen Beruf gut mit deinem Privatleben vereinen?
Sascha: Ich bin zufriedener Single, daher habe ich keine Probleme. Für meine Freunde habe ich genügend Zeit. Man muss sich anpassen können, dann funktioniert das.
Redaktion: Träumst du nachts von einem anderen Job oder ist das noch dein Traumjob?
Sascha: Ich träume von keinem anderen Job. Er erfüllt mich, bietet Abwechslung zwischen Büro- und körperlicher Arbeit und ist spannend durch den Kontakt mit verschiedenen Menschen.
Redaktion: Wie funktioniert das Pfandkistensystem?
Sascha: Die Kunden holen die Pfandkisten bei mir ab und zahlen Pfand. Nach der Nutzung bringen sie die Kisten zurück, erhalten ihr Pfand zurück und die Kisten werden gereinigt. Pfandkisten sind nachhaltig, robust und halten mindestens 10–15 Jahre.
Redaktion: Kann es vorkommen, dass keine Pfandkisten vorrätig sind?
Sascha: Nein, eigentlich nicht. Wir haben etwa 200.000 Kisten auf Lager und rund genauso viele im Umlauf. Nur selten ist eine bestimmte Sorte noch nicht gereinigt – dann wartet man kurz auf die Reinigung.
Redaktion: Wie sieht ein perfekter Arbeitstag für dich aus?
Sascha: Wenn ich durchgehend zu tun habe, Hauptsache kein Leerlauf.
Redaktion: Was ist dein Lieblingsobst/-gemüse?
Sascha: Mein Lieblingsobst sind Pflaumen, ich mag zum Beispiel sehr gerne Pflaumenkuchen. Mein Lieblingsgemüse ist die Lauchzwiebel, das kann man überall zu essen.
Redaktion: Hast du eine (lustige) Anekdote vom Großmarkt zu erzählen?
Sascha: In meinen ersten zwei Wochen fuhr ich mit einer E-Karre voller nur mit Kordel gebundener Kisten raus. Bei Wind fielen mir rund 300 Kisten herunter, weil ich noch nicht wusste, dass man sie bei Wind mit Folie sichern muss.
Redaktion: Was empfiehlst du unseren Lesern?
Sascha: Kauft mehr Obst und Gemüse, wir brauchen mehr Bauern und Landwirte, es werden immer weniger. Investiert das Geld in regionale und hochwertige Lebensmittel, davon haben alle was.
Redaktion: Was macht der Großmarkt für dich aus?
Sascha: Das wuselige Zusammenleben und die besondere Atmosphäre. Die verschiedenen Kulturen machen den Großmarkt spannend.
Redaktion: Worüber kannst du bei der Arbeit am meisten lachen?
Sascha: Wenn man mich fragt, ob ich Zeit habe. Es ist eine Servicestation, also habe ich natürlich immer Zeit für unsere Kunden.
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